Im Rahmen der UEFA EURO 2016 gab es zehn verschiedene Spielorte mit ihren jeweiligen Besonderheiten und Herausforderungen. Venue Manager Renato Angelucci ließ uns einen Blick hinter die Kulissen des Stade Bollaert-Delelis in Lens werfen und beschreibt uns einen typischen Arbeitstag.

Arbeitsweg                           

Als ich vergangenen September aus der Schweiz nach Frankreich zog, beschloss ich, in Lens selber zu wohnen, da ich die Atmosphäre der Stadt kennenlernen und so weit wie möglich wie ein Einheimischer leben wollte. Lens ist eine kleine Stadt mit rund 35 000 Einwohnern – ein lebenswerter Ort. Es war schön zu sehen, wie sich die Stadt im Verlaufe des Jahres veränderte. Ich wohnte nicht einmal einen Kilometer vom Stadion entfernt und hatte deshalb keinen langen Arbeitsweg.

Vormittag

Meine Arbeitsgewohnheiten haben sich zwischen dem Zeitpunkt, als ich ankam und alleine im Büro war, und dem Turnierbeginn grundlegend verändert. In den letzten paar Monaten war mein Tagesablauf komplett durchgeplant. Ich kam so gegen 7.30 Uhr ins Büro und begann damit, meinen Tag und die anstehenden Aufgaben zu organisieren. Dieser Moment am Morgen ist einer der wenigen ruhigen Momente an einem Spielort. Ich holte mir einen guten Kaffee und bereitete die tägliche Sitzung vor, die jeweils um 9.00 Uhr begann. Im Anschluss daran kümmerte ich mich um meine Aufgaben im Stadion, aber auch um jene außerhalb, die Sitzungen mit den lokalen Behörden umfassten. Das ganze Team richtete sich nach einem Aktivitätenplan, der als Leitfaden diente und den Tag strukturierte. Ich habe sehr viele Kilometer zurückgelegt, da ich wissen musste, was auf dem Stadiongelände geschieht. Durchschnittlich waren es 15 Kilometer am Tag und an Spieltagen gar noch mehr. Je mehr Kilometer du zurücklegst, desto mehr siehst du!

Mittag

Je näher das Turnier rückte, desto öfter versuchte ich, gemeinsam mit dem Team zu essen. Normalerweise mache ich eine kurze Pause und vermeide es dabei, über die Arbeit zu sprechen, doch Sie wären überrascht, wie viele wichtige Entscheide während der Mittagspause gefällt wurden. Bis April ging ich mehrmals wöchentlich mittags laufen. Ab und zu spielten wir auch in der Nähe des Stadions Basketball, doch je näher das Turnier rückte, desto weniger Zeit hatten wir dafür.

Nachmittag

Am Nachmittag konnte ich meistens meine weitere Planung vornehmen und meinen täglichen Bericht schreiben. Ich versuchte, mindestens einmal am Tag den Stand der Dinge jedes Projekts zu prüfen. Es war mir wichtig, präsent zu sein und zu wissen, wie es allen geht. Aber es war nicht immer einfach, Zeit dafür zu finden!

Nach der Arbeit

Ein Teil des Teams, das in Lens arbeitete, war in Lille untergebracht, weshalb es nicht einfach war, Abends gemeinsam etwas trinken oder essen zu gehen. Jene, die in Lens wohnten, gingen oft gemeinsam aus und mit der Zeit bildeten sich Gruppen. Es war also immer etwas los. Als Venue Manager fühlte ich mich ein wenig wie der „Vater“ der Gruppe. Unsere Tage waren lang, aber wir sahen am Ende stets die Fortschritte.

Du willst auch Teil dieses beeindruckenden Teams werden? Klicke hier für die neusten Jobs bei der UEFA.

Wenn Sie Ihrer Karriere in der Sportindustrie antreiben wollen, legen Sie sich noch heute einen Bewerberprofil an und bleiben Sie immer auf dem Laufenden, was die neuesten Einblicke in die Sportindustrie, Events und Jobs im Sport angeht.